Risiken beim Copytrading? (aktualisiert: 22.08.2019)

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#2685 In Bearbeitung Sonstige Themen zum Online Geld verdienen
Fragender
Lesezeit: 1 Minute

Hallo Peter, aktuell ist ja das Thema Copytrading sehr beliebt, unter anderem finden viele den Weg über die Roboforex-Plattform und lassen sich für das Copytrading anleiten, ohne das sie sich aber um die tatsächlichen Risiken im klaren sind, da diese auch nicht in dem Umfang kommuniziert werden wie sie sich dann tatsächlich darstellen. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Trader – Thomas Hartmann – bei Roboforex, der bisher über Monate hinweg sehr gute Ergebnisse und somit auch Gewinne einfahren konnte und sehr viele diesem über die Plattform sozusagen gefolgt sind. Die Euphorie kannte wohl keine Grenzen und die angelegten Werte wurden immer höher, klar wenn über einen so langen Zeitraum immer wieder überdurchschnittliche Renditen erfolgen. Risikogrenzen wurden sozusagen eliminiert, Warnungen über mögliche Verluste wurden weder ausgesprochen noch berücksichtigt, der Fokus konzentrierte sich nur auf die Erhöhung der Anlagewerte sowie der schon fast Glorifizierung des Traders selbst und des Copytradings.
Was passiert dann meistens ? Die Realität holt einen ein und das Risiko wird einem mit Tatsachen bewusst gemacht. So geschehen an diesem Montag, als der Forexmarkt in den Keller stürzte und damit viele Copytrader sogenannte “Margin Calls” erlitten, was gleichbedeuted ist mit einem Totalverlust der eingesetzten Werte.
Mich würde nun interessieren wie Du die Sache mit dem Copytrading siehst und vielleicht auch die Risiken.

2+
Berater
Lesezeit: 1 Minute

Hallo und vielen Dank für deine interessante Frage!

Entgegen der Erwartungen, ist sie die zweite in der Warteschlange. 😉

Eventuell beantworte ich sie sogar erst als drittes, da sie einige Überlegungen erfordert.

Ich habe den Trend der Copy-Trader mitverfolgt. Er ist nicht zu übersehen. Ich werde mir Zeit nehmen, meine Beobachtungen zu sammeln, um nun ein erstes Fazit zum jetzigen Trend zu ziehen.

Hinsichtlich des Risikos wird es sich kaum zum damaligen Copy-Trading-Trend mit Etoro unterscheiden.

Zum Umgang mit den Risiken werde ich aber etwas Neues einbringen.

Bis bald, mit der Antwort!

2+
Berater
Lesezeit: 6 Minuten

Die Kernfrage zu Copytrading ist wohl: Funktioniert es?

Copytrading ist absolut kein neues Phänomen: Den letzten Trend konnte man erleben als eToro sein Marketing startete. Das war ca. 2014. Da flog im Web die berühmte “Anja 32, Hausfrau aus Berlin” rum. Das war die Headline einer Onepage, fortgeführt mit: “…verdient Geld mit Forex” o.ä.

Man könnte als erstes davon ausgehen, dass es sich dabei um jemanden handelte, der Provisionen abstauben wollte. Mysteriös daran war nur, dass diese Vermutung vom Marketing der Seite tatkräftig unterstützt wurde. Im Impressum stand “Lilh Wang aus China”. Eine Erklärung auf der Seite war auch gleich vorhanden: Die Frau wollte anonym bleiben und schrieb daher diesen Namen in ihr Impressum. “Die Frau” gab das quasi öffentlich auf der Webseite zu.

Das Ganze schien mir schon damals zu konstruiert. Ich vermute bis heute, dass es eToro selbst war. Beweisen lässt sich das natürlich nicht. Die Webseite war aber viel zu professionell gemacht, als dass sie wirklich von Dritten gewesen wäre. Die ganze Werbung war richtig gut: Eine Hausfrau die nebenbei von zu Hause aus 400€ extra verdient, indem sie ein paar Tradern bei eToro folgt. – Ist das nicht bis heute das Marketing von eToro?

Das Image der Hausfrau scheint sich bei eToro gut zu machen. Ob es “Lena” nun gibt? Immerhin wird sie auf der offiziellen eToro-Seite erwähnt. Sätze wie “Lena fand jedoch Gemeinsamkeiten zwischen dem Investieren und dem Führen eines Haushalts, und sie ermutigt anderen, es auch mal zu probieren.” wollen jedoch genau das selbe Image verkaufen. – Zufall? ^^

Ich vermute, weder “Lilh Wang”, noch “Anja” haben existiert. Bei “Lena” bin ich mir auch nicht sicher.

Dieses Geschichte soll eins klar machen: Wo es viel Marketing braucht, da fehlt ein Teil der Wahrheit. Marketing beleuchtet die Dinge immer einseitig. Ich bin kein Fan davon. Die Menschen sind ja gar nicht so blöd, für wie sie so oft verkauft werden. 😀

Guter Verkauf ist Vor- UND Nachteile aufzuzeigen, damit der Interessent nicht negativ überrascht ist, sondern fundiert entscheiden kann. Jedes Marketing fliegt auf Dauer auf. Ehrlichkeit und Wahrheit siegt letztlich über alles.

Denn sind wir ehrlich: JEDER Mensch kann Unaufrichtigkeit, Unauthentizität und das Gesicht des Marketings spüren und sollte sich in dem Moment fragen, was sich dahinter verbirgt?

Doch Marketing soll dazu beeinflussen, sich so eine Frage nicht zu stellen. Marketing versucht etwa bestimmte Erinnerungen im Kopf abzurufen, die positive Gefühle auslösen. – Es ist ja auch schöner diese wieder zu fühlen, als etwas zu hinterfragen. ^^

Copytrading wird im Marketing als die profitabelste, einfachste und REALSTE Methode verkauft.

Die Vorstellung vieler Anfänger ist, Trader geben Signale vor und jeder kann diesen folgen. Dabei könne man den Verlauf der Trader miteinander vergleichen, wie die Hotels vor dem Urlaub. Man bräuchte nur den besten Trader aussuchen und ihm folgen. Gegen diese naive Vorstellung wird von den Plattformen oder Tradern nichts unternommen und einige füttern sie sogar.

Daher fehlt es an Risikohinweisen, bzw. Erklärungen zum Umgang des Risikos. Daher möchte ich das hier für eToro & co gerne ergänzen – gern geschehen (Bezahlung bitte auf mein BTC-Konto). 😛

Denn die Realisierung des Risikos führt uns letztlich über obige Frage hinweg: Funktioniert Copytrading? Korrekterweise müsste sie heißen, “WIE funktioniert Copytrading am Besten?” Natürlich indem man sich der Risiken bewusst wird und im zweiten Schritt lernt damit umzugehen.

Wie funktioniert Copytrading: Umgang mit den Risiken

Forex-Trading hat Risiken, wie jede andere Geldanlage auch. Diese Risiken lösen sich nicht in Luft auf, wenn man sie einem anderen Trader überlässt. Im Gegenteil, man gibt die Kontrolle ab. Statt auf ein Währungspaar zu setzen, setzt man auf einen Trader. Je nachdem wie gut dieser mit den Risiken umgehen kann, richten sich die eigenen Risiken danach.

Daher ist es wichtig jeden Trader selbst als Investition zu sehen und ihn entsprechend zu behandeln.

Alle Trader haben eigene Strategien. Das heißt, man setzt genaugenommen auf Strategien. Hier muss man akzeptieren, dass keine Strategie immer gleich gut laufen kann. Manchmal scheint es so, als hätte man die perfekte Strategie gefunden, doch nur bis sich der Markt wandelt. Dann stößt die Strategie an ihre Schwächen. Eine perfekte Strategie die ausschließlich Stärken hat, gibt es nicht.

Natürlich kann sich ein Trader an Marktbedingungen anpassen. Guter Trader tun das. Sie verstehen, dass nichts so bleibt wie es ist und berücksichtigen es im Voraus! Ihre Überwachung & Bereitschaft ist der ausgleichende Faktor einer starren Strategie. Doch wie viele solcher Trader gibt es wirklich? Sie zu finden ist vermutlich schwer. Haben sie es überhaupt nötig Copytrading anzubieten?

Auch sollte man den menschlichen Faktor nicht vergessen. Menschen machen Fehler. Man setzt also auf Strategien mit einer Fehlerquote. Auch EAs werden von Menschen gemacht. Auch diese können (ohne Anpassung) nicht bis in alle Zeit funktionieren.

Was wir von jeder Geldanlage wissen: Egal ob Aktien, Währungen oder Programme – Niemals sollte man von einer Anlage so überzeugt sein, dass man alles auf diese setzt. Das geht meistens in die Hose. Es sei denn man hat viel Glück. Besser als Glücksspiel ist aber, seine Chancen zu verbessern.

Oft fällt beim Copytrading die Aussage, man hätte gegenüber HYIPs die volle Kontrolle über sein Geld. Andersrum heißt es, man solle nicht in die Signale eingreifen. Man sei selbst schuld, wenn man sich nicht an die Vorgaben halte und es nicht funktioniert. Dieser Widerspruch zeigt den falschen Ansatz!

Es ist völlig richtig, nicht in die Signale einzugreifen. Nur so lässt sich der Trader / seine Strategie für die Praxis prüfen. Man muss warten bis ein Schnitt erzeugt ist.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Will man Copytrading machen, ist man dazu gezwungen jemand anderem anzuvertrauen, was mit dem Geld passiert. Sonst wäre es kein COPY-Trading. Es gibt kein halbes Copytrading. Man kann selbst traden oder jemanden traden lassen. Es gibt nichts dazwischen. Ansonsten springt man von Strategie zu Strategie. Ohne nachhaltigen Schnitt lässt sich nicht prüfen ob EINE Strategie funktioniert. Vielleicht funktioniert sie nicht, aber man korrigiert immer wieder etwas. Dann könnte man auch gleich selber traden. 😉

Blind die Signale EINES Traders umsetzen, kann aber auch keine Lösung sein, denn dann setzt man alles auf eine Karte. Das ist Glücksspiel. Also was soll man tun?

Immer wieder wird bei Online-Investment-Anlagen in (scheinbar) automatisierte Prozesse vergessen, was eine Strategie wirklich ausmacht. HYIPs sind dabei für den richtigen Umgang ein gutes Vorbild. Man investiert sein Geld in ein HYIP und es ist quasi weg. Da gibt es keine Strategie, die sich noch anwenden lässt. Die eigentliche Strategie muss daher ÜBER dieses Prinzip rüber gebaut werden!

Wann immer man Kontrolle abgibt, sollte man sie durch ein Money Management zurück erlangen. Das bedeutet, man muss sein Kapital auf unterschiedliche Trader, bzw. Strategien aufsplitten!

Einigen wir uns darauf, dass Copytrading nicht so einfach sein kann wie in der Werbung. Wie überall wo Geld fließt, lassen sich bestimmt auch hier Gewinne machen. Dabei gilt es Risiken zu realisieren und in die eigene übergeordnete Strategie einzubinden. Macht man das so, spricht nichts dagegen, dass man sich von der Masse abhebt.

Die Frage nach dem WIE statt OB ist letztlich immer positiver. Immer davon auszugehen, dass alles funktionieren kann, wenn man den richtigen Weg findet, ist auch die gesündere Lebenseinstellung. 🙂

Also funktioniert Copytrading? Finde heraus WIE, dann funktioniert es! Aber verlasse dich nicht darauf, dass es in seiner Reinform funktioniert. Mache es für dich funktionsfähig, indem du jeden Trader als eigene Geldanlage betrachtest und ein Portfolio aufbaust.

Also viel Erfolg beim Copytrading!

Liebe Grüße, Peter

2+

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