Skyway: Betrug oder Vision einer neuen Welt?
Lesezeit: 18 Minuten

Mittlerweile bin ich doch ins Forum zurückgekehrt, wie ich in den Foren-News bereits erwähnt habe. Was ich dabei bemerkt habe, ist die routinierte Themen-Pflege, die sich durch ihre Neutralität an die Ideologie des Forums angepasst hat. Ausnahme bilden hier nur vereinzelte Themen, aber vor Allem das berüchtigte Skyway. Dieses bildet auch hier ein thematisches Fundament, denn unserem Voting zufolge sind die Hälfte aller Leser vom Werdegang des Projekts überzeugt, derweil der Rest scharfe Kritik postet.

Beobachten lässt sich hier eine deutliche Kluft zwischen den extremen Meinungen. Für die einen ist ganz klar, Skyway war schon immer Betrug und wird es immer sein. Vor allen Dingen der ehemalige Vorsteller hielt bis zum Schluss entgegen, hat hier jedoch kürzlich seinen Rückzug bekannt gegeben. Rund 4 Kritiker zugleich bezogen sich daraufhin immer wieder auf die fehlenden Fortschritte in Dubai, sowie auf die restlichen Verträge, die bislang ohne realisierte Projekte bleiben.

Skyway gab immer wieder Deadlines für die Fertigstellung des in Dubai angesiedelten Projekts bekannt, die bislang nicht eingehalten werden konnten. Doch wer das Projekt vor Ort besucht, kann sehen, dass der Bau kontinuierlich fortschreitet. Jeden Tag tut sich etwas, nur eben nicht in der Geschwindigkeit wie es seitens der Firma postuliert wurde. Gerade das macht die Kritiker skeptisch. Firmeneigene Aussagen widersprechen sich mit der Realität. Russland, Indien, Australien, China und die Stadt Mogilev sind Orte, an denen bekannt gegebene Projekte bislang nicht umgesetzt wurden.

Auffällig daran ist, dass Skyway in rund 40 Jahren Firmengeschichte bisher nur den Ecopark in Belarus, sowie die noch nicht fertiggestellte Baustelle in Dubai realisiert hat. Doch die Interessenten bekommen fast täglich ein neues Werbevideo vorgestellt, welches mit lauter Musik und schnellen Schnitten zum Investieren anregen soll. Auftreten tut dort meist der “Chef-Ingenieur Anatoly Yunitsky”, der vor der Kamera vom hauseigenen Interviewer zur Nachhaltigkeit seines Projekts befragt wird. Gelassen und fast schon zu selbstsicher antwortet das Oberhaupt, welches seit 1980 an der Verwirklichung seiner Vision arbeitet und mehr Zeit vor als hinter der Kamera zu verbringen scheint.

Doch andererseits sind diese Videos, sowie die Interviews und das Marketing professioneller gestaltet, als bei jedem anderen Online-Investment-Projekts zuvor. Solch ein Budget muss irgendwoher kommen. Jeder spürt die dahinterliegende Energie, sowie Skyways Willen zur Überzeugung. Der Glaube an das eigene Unternehmen sitzt tief, besonders bei Anatoly Yunitsky und den Fans von Skyway.

Zwischen Zukunftsvision und Betrug liegt die Wahrheit bei Skyway

Skyway setzt die Welt in Bewegung, von Dubai bis Berlin. Real soll es sein, vor Allem zum Anfassen. Hautnah präsentieren sich die Modelle des russischen Unternehmens. Einsteigen und Mitfahren ist kein Problem. – Doch ein reales Crowd-Funding-Projekt?

In der Geschichte des Online-Investment-Markts gab es bisher kein reales Crowd-Funding. Projekte, die vorgaben eines zu sein, hielten meist 2-3 Jahre und traten in eine dauerhafte Verzögerungsphase ein. Das soll sich durch Skyway geändert haben. Nicht nur Anatoly Yunitsky ist von seinem Tun überzeugt. Viele seiner Anhänger sind der Meinung, Skyway sei eines der nachhaltigsten Projekte. Schaut man das Skywaythema im X-Invest Forum an, welches eines der ältesten Themen dort ist, scheint dem auch so. Doch Skyway hat bislang kein Geld ausgezahlt, aber die Anhänger zahlen Geld ein, als ob dem so wäre.

Woher kommt diese Überzeugung? Ist es mehr als die Hoffnung einer Spekulation?

Die Kritiker sind sich einig: Seit dem ersten öffentlichen Atemzug ist Skyway Betrug. Die Firmennews seien leere Lügen, die sich Skyway aus den Fingern saugt. Es sei ein endloses Theaterstück, das Skyway spielen würde, solange Geld reinkommt. Ein Teil des Kapitals würde nur für Ausgaben genutzt werden, die im Bereich des notwendigen Marketings liegen, um mehr Geld einzunehmen. Der Ecopark und das Dubai-Projekt, nur leere Fassaden, die einen lächerlichen Betrag der Gesamteinnahmen kosten würden. Das restliche Geld sei nur in der Obhut des Gründers.

Die Kluft zwischen der extremen Überzeugung der Anhänger und der rigorosen Absolutheit der Kritiker, hat im X-Invest Forum für viel Trubel gesorgt. Es ist ein emotionales Thema, das beide Meinungsfronten schnell zum Überkochen bringt. Provokationen gehörten zur Tagesordnung. Ein Gegenargument jagte das nächste. Beweise wurden gefordert, Fragen ignoriert und Streitigkeiten entfacht.

Nun könnte man natürlich sagen: “Ach Peter, das ist doch normal im X-Invest Forum!” 😀

Schon, aber mit solch einer Dichte wie bei Skyway, kam es auch uns im X-Invest-Team noch nicht unter. Etliche Feedback-Themen wurden für Skyway erstellt. Wer im Forum angemeldet ist, kann sie sehen. Das wohl größte davon ist das Thema “Kritik an Freigeist” mit 33 Antworten, die wir zur Übersicht aus dem Hauptthema ausgelagert haben. Auch das wurde kritisiert. Ich habe mir alles durchgelesen, inklusive der Debatten, die sich in die Länge zogen.

Unsere einzige an die Allgemeinheit gerichtete Stellungnahme ging darin unter. Die erste Reaktion wurde von uns erst nicht als solche wahrgenommen. Es wurde viel aneinander vorbei geredet. Es gab viele Vorwürfe und Falschaussagen zu X-Invest. Die Interpretation einer verdrehten Reihenfolge der Geschehnisse waren Auslöser für die drastischsten davon. Die meisten davon werde ich in meinem “Klartext Teil 3” thematisieren, welches ich plane als Video zu veröffentlichen.

Der Konsens aller Missverständnisse lässt sich auf ein Merkmal reduzieren: Die Weise wie die Kritiker den Vorsteller betrachten, konnte nur auf der Sicht dessen beruhen was dieser von sich präsentierte. Dieses Bild kann niemals vollständig sein. Der Grund für die Ignoranz von Fragen kann beispielsweise viele Ursachen hinter der Tastatur haben. Doch das Bild des Vorstellers, das sich zwischen den Kritikern aufgebaut hatte, schien ein sehr festes zu sein. Ein Bild eines Menschen, dessen starker Glaube auf mehr beruhen würde, als seine eigene Überzeugtheit von Skyway. Was genau das ist, blieb unklar, weil es nie konkret ausgesprochen wurde. Es scheint nur auf einem Gefühl des Misstrauens zu beruhen.

Doch viele hier wissen, wie es sich anfühlt an ein Projekt zu glauben. Der Glaube äußert sich genauso wie der Vorsteller es im Skywaythema gezeigt hat. Der Fokus legt sich automatisch auf die Präsentation dessen wovon man überzeugt ist. Alles andere rückt automatisch in den Hintergrund. Erst ganz zum Schluss stellt sich raus, woher dieser starke Glaube kam und ob er gerechtfertigt war.

UInvest: Ein vergleichbares Crowd-Funding wie Skyway

Ist man eine Weile im Markt unterwegs, erlebt man viel. 99% aller Programme verschwinden innerhalb des ersten Jahres. Der Rest tritt in eine langanhaltende Verzögerungsphase ein, um im Markt zu versickern. Das passiert nach 2 Jahren, vielleicht nach 3 oder 4. Uinvest, ein von allen als reales Crowd-Funding-Projekt eingeschätztes Programm, wurde mit 5 Jahren so alt wie kein anderes (2010-14).

Doch auch Uinvest stoppte die Auszahlungen. Das geschah bereits 2014. Danach war die Webseite noch ein halbes Jahr mit dem gleichen Design erreichbar. Erreichbar ist die Webseite sogar heute noch, weil jemand die Domain den Gründern abgekauft hat. Nachprüfen lässt sich das per Archive.org hier. Vom Sommer bis Ende 2015 war die Webseite offline. Danach tauchte sie wieder auf, inklusive eines anderen Logos und mit einem gänzlich neuem Design.

Für den Markt ist vollkommen klar: “Uinvest ist SCAM!” Die internen Crowd-Funding-Angebote wurden längst entfernt. Zuvor hat das automatische Script noch die Renditen auf dem Konto gut geschrieben, aber die Auszahlungen konnten nicht mehr extrahiert werden. Uinvest wurde zu einer Geister-Seite. Alles schien noch online, doch der Support antwortete nicht mehr und eine Auszahlung konnten zwar beantragt werden, wurde aber nicht mehr ausgeführt. Auch das hauseigene Forum ist seit 2015 tot.

Eine Domain kostet ca. 10€ pro Jahr, der dazugehörige Webspace etwa 20€ je Monat (max. 100€). Wenn nur ein Investor je Monat diese Summe einzahlt, lohnt es sich für den Käufer die Fortführung.

Aber wer würde heute noch daran glauben, dass Uinvest noch auszahlt? Du sicherlich nicht, oder?

5 ähnlich große Konkurrenten: Skyway hat aktuell 270.000 Ansichten im X-Invest Forum. Es gibt dort nur 5 Themen die mehr Ansichten haben. Alle davon mussten in den Bereich geschlossene Programme eingeordnet werden, da die Projekte die Auszahlungen eingestellt haben. Das Thema mit den meisten Ansichten ist Betshare, welches drei mal so viel geklickt wurde. Bis auf Onecoin gibt es kein Thema mit mehr Ansichten als Skyway, welches nicht bereits “geschlossen” ist. Onecoin bildet hier als einziges Thema die Ausnahme, weil es aktuell ungepflegt ist. Der letzte uns bekannte Status ist hier, dass der Gründer verhaftet wurde und die Gründerin untergetaucht ist [Quelle].

Ein weiteres Projekt, dass wegen seiner Aktivitäten als real galt, war Recyclix. Dieses Projekt versprach Renditen für den Kauf von Plastik und Kunststoff-Müll, die durch deren Umwandlung in LDPE-Granulat und dessen Verkauf erwirtschaftet werden sollten. Recyclix wurde am 11.07.2015 im Forum vorgestellt. Etwas über 1 Jahr wurden die Renditen problemlos gezahlt. Die Teilnehmerschaft erreichte die Größe eines Top-Programms. Viele Neulinge investierten hier, weil sie annahmen, dass es es sich um ein nachhaltiges Unternehmen handeln würde. Dann begannen die Veränderungen, die das Ende der Wachstumsphase einläuteten.

Veränderungen bei Recyclix: Ende November 2016 gab Recyclix bekannt, dass ab Oktober 2017 nur noch Großinvestoren ab 100.000€ teilnehmen können. Rückblickend hat sich dies als eine künstliche Verknappung herausgestellt, die im Sinne der 4. Lebensphase (Verzögerungsphase) eingeführt wurde. In diesem Zuge wurde von den Kunden die Verifizierung ihres Accounts verlangt, um ihre Renditen auszahlen zu können. Auch dies ist ein typischer Part der Verzögerungsphase, der dazu dient eine Rechtfertigung zu finden, um unverifizierte Accounts löschen zu können, die sich beispielsweise mit falschem Namen angemeldet haben.

Am 14. Februar 2017 wurde ein Brand auf der Deponie entfacht. Wodurch blieb unbekannt, doch die Zusammenhänge deuten auf eine beabsichtigte Täuschung hin. Ist dem so, dann gab das Recyclix den gewollten Todesstoß. Diese Verfallsphase zeichnete sich nämlich durch das Einfrieren der Konten ein. Der Zugriff auf das Geld blieb den Kunden bis heute versperrt. Aller Wahrscheinlichkeit brauchte es nur einen Grund, um zu rechtfertigen, dass die Gelder nicht mehr ausbezahlt werden konnten. Diese Abfolge der Geschehnisse zeichnen eine typische Entwicklung eines Ponzi-Schemas ab.

Gegen Ende gab es noch vieles andere Auffälligkeiten, wie z.B. die Bekanntgabe einer Kooperation mit MC-Donalds, die seitens der Fastfood-Kette als falsch erklärt wurde. Trotzdem muss Recyclix kein geplanter Betrug gewesen sein, sondern hat sich im Laufe der Zeit zu einem Ponzi-Schema entwickelt, wie es bei jedem Online-Investment-Projekt geschehen muss.

Somit sind heute alle vergleichbaren Programme wie Skyway nachweislich ein Scam. Doch bei allen gab es langanhaltende Verzögerungen, obwohl sie vom Markt als real angesehen wurden. Dazu zählen Betshare, GetMyAds, LionTradingClub, Webet4you und Questra. Teilweise ist man auch heute noch der Meinung, dass die Auszahlungen irgendwann wieder aufgenommen werden, sowie man es auch bei Univest lange war. Doch bei all diesen Programmen passierte nie mehr eine Wendung.

Skyway bildet hier eine besondere Ausnahme, da es das einzige Projekt ist bei dem noch nie etwas jemals ausbezahlt wurde. Demnach kann hier rein technisch noch kein “Scam” festgestellt werden.

Rein technisch ist es immer noch in der Prelaunch: Das gibt natürlich viel Raum für Spekulationen, Interpretationen und auch Hoffnungen jeder Art. Material gibt es dafür genug. Besonders beeindruckend ist hier die Flut an 3D-Grafiken, mit etlichen kreativen Abbildungen von jeglichen Schienenfahrzeugen. Noch einen drauf setzen tun hier nur die Bilder des Spaceway-Projekts.

Musk & Yunitsky: 2 Visionäre für die Kolonisierung des Weltraums?

Zu sehen ist auf dem Bild ein Orbital-Ring, der sich um die gesamte Erde ziehen soll. An diesem Ring soll sich eine Raumstation von der Größe eines Hochhauses fortbewegen. Von diesem Projekt gibt es etliche 3D-Grafiken im Internet zu finden, die von Anatoly Yunitsky persönlich abgesegnet sind.

Es ist eine fantastische Vision, auf die selbst Elon Musk neidisch werden würde, insofern er von wüsste. Der Wert von SpaceX soll mehr als 33 Milliarden US-Dollar betragen. Alleine 100 Millionen US-Dollar habe Elon Musk in den Aufbau der Firma investiert. Auf dem zweiten kleineren Ring ist rechts ein kleines Shuttle zu erkennen, das Platz für etwa 20 Leute bieten soll. Mit etwa gleich viel Leuten will Elon Musk den Mars bis 2025 besiedeln. Mehr seien bis zu diesem Jahr nicht vorstellbar.

Ich bin ehrlich, ich glaube Elon Musk nimmt sich zu viel vor. Er wird das eventuell nicht schaffen, weil er an Grenzen stoßen wird deren Überwindung einfach mehr Zeit brauchen. Ebenso hat Elon Musk viele Probleme bei seinem Tunnel-Projekt feststellen müssen. Doch schon bei der ersten Testfahrt konnte das Fahrzeug diese mit durchschnittlich 100 km/h durchqueren. Im Innern sitzend spürt man jedoch noch einige Erschütterungen. Das geplante Maximaltempo liegt bei über 1000 km/h. Bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg, wenn man sich die erste Testfahrt anschaut.

Eine ebenso ausbleibende Geschwindigkeit muss man bislang bei den Skyway-Fahrzeugen registrieren. Dies lässt sich durch viele Aufnahmen feststellen. Bis zu 500 km/h sollen sie leisten. Dieses Limit ist augenscheinlich noch nicht mal bis zu einem Zehntel erreicht, auch nicht im fertiggestellten Ecopark. Die tatsächliche Geschwindigkeit des Unibus liegt dort weit unter 500 km/h. Auf geraden Strecken soll mehr geleistet werden können. In einem Vergleichs-Video zwischen Straßenbahnen und dem Unibus, hat Skyway die Höchstgeschwindigkeit nach eigenen Angaben auf 150 km/h herabgesetzt.

Elon Musk meint es ernst mit seinen Visionen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Anatoly Yunitsky das auch tut. Ob die Umsetzung gelingt, ist wiederum etwas anderes. Doch SpaceX hat bereits in seinem eigenen Video “How Not to Land an Orbital Rocket Booster” bewiesen, die Verwirklichung ist möglich, aber auch transparent gezeigt, dass es viel Geduld braucht. Skyway wird ebenso auf Probleme stoßen, sowie auch Elon Musk bei seinem Transport-Projekt. Deren Überwindung ist eine Frage des Know-How, des Engagements und des Durchhaltevermögens, aber auch des Geldes. Für einen der reichsten Menschen der Welt, Elon Musk, sicherlich im Bereich des Möglichen.

SpaceX wurde 2002 gegründet und befördert bislang nur kleine 1-Mann-Raketen in den Weltraum. Anatoly Yunitskys Vision einer ganzen Raumstation im Weltraum scheint dagegen unglaublich. Stellt man sich die Frage, wann das realisiert werden soll, drückt man vielleicht gerne ein Auge zu, indem man “irgendwann” sagt. Die näherliegende Frage ist dann, dass wenn es noch unklar ist, wieso publiziert es Skyway in solch einer Vielseitigkeit? Natürlich teilt man gerne seine Visionen, doch wieso für dessen Verwirklichung werben? Begeistern tun die Bilder von Spaceway alle mal und das sollen sie bestimmt auch. Geht es darum Unterstützer zu finden, ist Anatoly Yunitskys kein Visionär wie Elon Musk, der seine Vision auch ohne verwirklicht – die Definition eines Visionärs.

Warum dann also wirklich die Werbung? Wofür die Unterstützer? Schafft man es nicht ohne? Ist man als Visionär nicht vielmehr auf fähige und loyale Mitarbeiter angewiesen, statt auf Kleininvestoren?

Fazit: Einfache Vorhersage für Skyway: Was wirklich passieren wird!

Ich persönlich war schon immer davon überzeugt, dass wenn man immer weiter fragt, man irgendwann auf die richtigen Fragen stößt. Beantwortet man eine davon, taucht die nächste Frage auf. So führen dich die Fragen und nicht die Antworten zur Wahrheit. Antworten gibt es viele im Internet. Jeder glaubt die Wahrheit zu kennen. Skyway hat viele Antworten parat, bevor Fragen gestellt werden. Kritiker haben Gegenargumente. Fans haben Antworten für sich selbst. Alles dreht sich um Antworten, nicht um Fragen. Dieser Artikel soll keine Antworten geben, er soll dich dazu auffordern Fragen zu stellen!

Persönliche Meinung: Das Problem ist für mich die extreme Betrachtungsweise beider Meinungsseiten. Ich kann hier auf keiner Seite eine deckungsgleiche Wahrheit erkennen. Weder kann ich nachvollziehen, dass man soviel Aufwand für ein von Anfang an geplanten Betrug tätigt. Es gibt einfachere Mittel um Geld einzusammeln, als ein verschachteltes Firmenkonstrukt aufzubauen. Gleichzeitig fällt es mir schwer hier eine realistisch umsetzbare Vision zu erkennen, auch ohne SpaceWay einzubeziehen.

Dennoch oder gerade deswegen lässt sich die Seriosität in Frage stellen. Der Gründer scheint sich nicht genug Gedanken um die tatsächliche Umsetzung, inklusive aller relevanten Zulassungen und Lizenzen zu machen. So gibt es bereits Verbote, die gegen Skyways Angebot von Investments in bestimmten Ländern ausgerufen sind. In Deutschland ist das auf die Bafin zurückzuführen. Anatoly Yunitsky weiß bestimmt davon, aber scheint keine Mühen zu betreiben sich um diese Lizenz zu bemühen. Will man eine Vision verwirklichen, liegt nahe, dass man sich um die Beseitigung jeglicher Hindernisse bemüht. Anatoly Yunitsky scheint die Problematik solcher Hindernisse nicht ernst zu nehmen.

Ist Skyway real? Mit dieser Frage fängt alles an. Die Befürworter von Skyway scheinen sich nur um die Beantwortung dieser zu kümmern. Doch man sollte nicht nur sehen was da ist, sondern auch was fehlt. Vieles an Skyway ist real, was nicht ungesehen werden kann. Skyway ist augenscheinlich eine Firma die vieles in Bewegung setzt. Die Transportwagen fahren. Doch ist auch das realisierbar, was noch nicht realisiert ist? Die Wagen fahren nicht mit der versprochenen Geschwindigkeit. Womöglich wurde versucht diese Geschwindigkeit zu erreichen, doch man scheiterte daran.

Es gibt viele Kritiken, die nicht abgewiesen werden können. Größtenteils werden sie ignoriert, weil sie auf dem Vorwurf des Betrugs aufgebaut sind. Unseriösität und Nachlässigkeit müssen aber nicht auf geplanten Betrug aufbauen. Sie können auch auf einer Naivität basieren. Es spricht gar nichts dagegen, dass Anatoly Yunitsky es ernst mit seiner Vision gemeint hat und sie kein geplanter Betrug gewesen ist. Die Firmengeschichte von Skyway spricht eher dafür, dass man sich Ziele gesetzt hat, die besonders in der Phase der Umsetzung an ihre Grenzen stoßen mussten. Der aktuelle Tatendrang deutet darauf hin, dass Skyway das Projekt retten, sowie etwas beweisen will – anderen und sich selbst.

Die Kluft zwischen den Plänen der Firma und den aktuellen Verwirklichungen, ist so groß wie die Kluft zwischen den extremen Meinungen. Genau daher kommen sie. Die einen konzentrieren sich auf das, was sie aktuell sehen, die anderen auf die erklärte Vision. Es scheint nicht nachvollziehbar, dass diese Kluft von niemanden erkannt wird, auch von demjenigen der sie geschaffen hat nicht.

Bemerkt Anatoly Yunitsky nicht, dass die Realität versucht ihn auf den Boden der Tatsachen zu holen, dann reagiert er mit noch größeren Visionen. Wenn er im Gegensatz dazu, nicht umsetzen konnte was er erst vorhatte, versucht er scheinbar wenigstens irgendwas zu machen. Das ist die einzige Erklärung, wie die Kluft zwischen Plänen und Umsetzung so groß werden konnte, wie bei Skyway. Es wird versucht, die eigene Selbstüberschätzung durch nachträglichen Tatendrang aufzuholen.

Doch keine dieser Taten zeigen bis jetzt etwas so Nachhaltiges was Einnahmen rechtfertigen würden. Aktuell lassen sich lediglich Umsetzungen für eine Teststrecke nach der anderen nachweisen. Die Pläne werden hingegen immer phänomenaler und abgehobener. Wo endet Vision und wo beginnt Wahnsinn?

Eine der vielen verschiedenen Grafiken zur “Linear City” von Skyway, auf der riesige Tower zu sehen sind.

Ist die Aufnahme in ein Portfolio ratsam? Noch befindet sich Skyway in der Wachstumsphase, doch es wird an seine Grenzen stoßen, so wie jedes Online-Investment-Projekt vor seiner Zeit. Wann genau das passiert weiß niemand. Aktuell befindet sich Skyway in Etappe 14. In Etappe 16 sollen Renditen von bis zu 1000% ausgezahlt werden. Diese Angaben sind selbst für kurzzeitig funktionelle Ponzis übertrieben. Keinerlei Nachweise für künftige Zahlungen sind vorhanden, da Skyway auch aktuell nichts ausbezahlt. Somit ist eine wichtige Grundvoraussetzung, für die Aufnahme von Skyway in ein Portfolio, das aus Online-Investment-Projekten besteht, nicht erfüllt.

Jede Entscheidung für ein Investment in Skyway kann lediglich auf der Hoffnung basieren, dass das Vertrauen, welches man in den Gründer setzt, gerechtfertigt ist. Selbst jegliche Absicherungen durch Dokumente sind keine Garantie für den Erfolg des Projekts und erst recht nicht für genug Auszahlungen zum Erreichen des Break-Even-Points. Durch das hohe Risiko bei den Projekten dieses Marktes ist es unbedingt ratsam, die Rückzahlung des Grundkapitals ab dem nächsten Tag der Einzahlung beginnen zu können, sowie die Prüfung dieser Möglichkeit durch Instanzen und Personen des Marktes. Ob es zu dieser Möglichkeit bei Skyway jemals kommen wird, ist und bleibt ungewiss und überschreitet daher jegliches Risiko, das von einem Portfolio getragen werden könnte.

Ist Skyway Betrug? Beweise für oder gegen Betrug finden zu wollen, spielt keine Rolle, denn es bleibt ein Projekt, welches nicht nur den Herausforderungen eines normalen Unternehmens unterworfen ist, von denen 95% nach 2 Jahren scheitern, sondern auch noch der eigens auferlegten Verantwortung, 1000% Rendite durch die Umsetzung enorm hochgesteckter Ziele zu zahlen. Diese beiden Kräfte können nur einen enormen Druck auslösen, unter dem das Unternehmen zusammenbrechen wird.

Wann das passiert ist ungewiss. Es spricht jedoch einiges dafür, dass Skyway noch Zahlungen an die Investoren leisten wird, da der öffentliche Druck zu groß wird, bevor die Verzögerungsphase einsetzt. Zuerst wird die Freude der Investoren über die Zahlungen immens sein, bei all der negativen Kritiken. Sobald der Cashflow sinkt, werden die Projekte stillgelegt. Skyway wird dann, genau so wie viele andere große Projekte, versprechen, die Zahlungen wieder aufzunehmen, doch dazu wird es nicht kommen. Sobald die Investoren das erkennen, wird Wut über den “von Anfang an geplanten Betrug” auftauchen, da sie es so von den Kritikern gelernt haben.

Skyway wird als das bekannteste HYIP des Marktes untergehen, obwohl es keines ist, aber doch ein sterbliches Online-Investment-Projekt, wie jedes anderen. Nur die Verzögerungsphase wird sich hier zum Schluss deutlich zeigen. Jetzt weist Skyway keine Auszahlungen auf, an dem sich ein Cashflow einschätzen lässt. Wer genauer hinsieht, kann dennoch das aktuelle Ende der Wachstumsphase eines herkömmlichen Online-Investment-Projekts, an der immer größer werdenden Kluft zwischen Plänen und Umsetzungen erkennen. Dies zeigt sich erfahrungsgemäß als frühes Signal eines sinkenden Cashflows, ebenso wie eine Zunahme des Marketings.

Dies zu verstehen, wird besonders den Teilnehmern bei Skyway schwer fallen. Es ist jedoch leider der normale Werdegang von jedem Online-Investment-Projekt, wofür es eine sich wiederholende Ursache und Wirkung gibt, die ich im Artikel “Sterblichkeit von Online-Investment-Projekten” beschrieben habe.

Ich wünsche dennoch allen Teilnehmern, die schon dabei sind, viel Glück und viel Erfolg!

Liebe Grüße, Peter

0

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich